Vorbereitung | Termin „Pflegegradfeststellung bzw. -höherstufung“

Hier sind ein paar hilfreiche Tipps zur Vorbereitung auf den Begutachtungstermin bei der Einstufung in einen Pflegegrad.

Gut vorbereitet zur Begutachtung für Pflegeleistungen

Wenn Sie Leistungen aus der Pflegeversicherung beantragen oder einen Widerspruch einlegen, wird ein Termin zur Begutachtung des Pflegebedarfs vereinbart. Die Einschätzung des Gutachters ist ausschlaggebend für die Einstufung in einen Pflegegrad. Deshalb ist es wichtig, sich optimal auf diesen Termin vorzubereiten. Wir geben Ihnen wertvolle Hinweise, worauf Sie bei der Begutachtung achten sollten, um den bestmöglichen Pflegegrad zu erhalten.

Begutachtungstermin – So bereiten Sie sich optimal auf eine Begutachtung nach dem Widerspruch vor!

Tipp 1: Vorbereitung mit den Einstufungskriterien

Machen Sie sich mit den Kriterien vertraut, die zur Einstufung in einen Pflegegrad herangezogen werden. Eine gute Möglichkeit zur Vorbereitung bietet ein kostenloses Pflegegrad-Gutachten. Hier können Sie die identischen Prüfungsfragen durchgehen und erhalten einen guten Überblick über den Ablauf der Begutachtung. Es ist hilfreich, das Pflegegrad-Gutachten zum Termin mitzunehmen, um die wesentlichen Kriterien im Blick zu behalten und den Pflegebedarf der betroffenen Person besser aufzeigen zu können.

Tipp 2: Wichtige Dokumente bereithalten

Stellen Sie relevante Unterlagen zur Pflege bereit, die den Pflegebedarf unterstützen. Dokumente wie ein Medikamentenplan, aktuelle Arztberichte, eine Liste genutzter Hilfsmittel (z. B. Gehhilfen, Rollator) sowie der Schwerbehindertenausweis und eine Übersicht über Operationen oder Behandlungen helfen dem Gutachter, ein vollständiges Bild der Situation zu erhalten. Zeigen Sie dem Gutachter während des Termins alle Hilfsmittel, die regelmäßig genutzt werden.

Tipp 3: Alltagssituationen realistisch darstellen

Beim Termin neigen manche Pflegebedürftige dazu, ihre Situation positiver darzustellen, was eine gerechte Einschätzung erschweren kann. Beschreiben Sie daher dem Gutachter einen normalen Tagesablauf und alle nötigen Unterstützungshandlungen. Der Gutachter kann dann spezifische Einschränkungen der Selbstständigkeit, z. B. beim Treppensteigen oder Aufstehen, genauer erfassen. Angehörige sollten im Gespräch nur bei gefahrträchtigen Situationen eingreifen, damit der Pflegebedarf klar wird.

Tipp 4: Als Angehöriger allein mit dem Gutachter sprechen

Gerade bei einer Pflegebedürftigkeit aufgrund von Demenz ist es sinnvoll, auch im Vier-Augen-Gespräch zusätzliche Informationen zur Pflege und Einschränkungen zu geben. Dies verhindert eine Verzerrung, falls die pflegebedürftige Person ihre Fähigkeiten überschätzt. Nutzen Sie das Gespräch, um den tatsächlichen Pflegebedarf darzustellen und gegebenenfalls Missverständnisse zu klären.

Tipp 5: Veränderung des Gesundheitszustands präzise schildern

Es ist wichtig, den Gesundheitszustand klar und präzise darzustellen, vor allem, wenn bereits in der Vergangenheit eine erhebliche Pflegebedürftigkeit vorlag. Bei Nachfragen des Gutachters zu aktuellen Veränderungen sollten Sie den Eindruck vermeiden, dass sich der Zustand erst kürzlich verschlechtert hat. Vielmehr sollte verdeutlicht werden, dass der bestehende Pflegebedarf die Grundlage des ursprünglichen Antrags war.

Tipp 6: Alle Einschränkungen zur Sprache bringen

Da ein Begutachtungstermin meist nur etwa eine Stunde dauert, kann es passieren, dass manche pflegerelevanten Einschränkungen übersehen werden. Ein vorbereitendes Pflegegrad-Gutachten hilft Ihnen dabei, alle Einschränkungen im Blick zu behalten. Sollten relevante Punkte nicht angesprochen werden, weisen Sie den Gutachter darauf hin, um eine umfassende Einschätzung sicherzustellen.

Tipp 7: Terminplanung und zeitliche Flexibilität

Gutachter können teilweise kurzfristige Termine vergeben und geben dabei oft nur einen Zeitrahmen an. Planen Sie daher eine zusätzliche Stunde vor und nach dem Termin ein, um sicherzustellen, dass Sie den Termin in Ruhe wahrnehmen können. Es ist ratsam, dass eine Bezugsperson beim Termin anwesend ist und die pflegebedürftige Person während des gesamten Termins begleitet.

Mit diesen Tipps sind Sie optimal auf den Begutachtungstermin vorbereitet und schaffen eine Grundlage für eine faire und umfassende Bewertung des Pflegebedarfs.